"Alarm ohne Unterbrechung" – Russland bereitet ukrainisches Militär auf harten Winter vor

Die Intensität der Angriffe gegen die Ukraine nimmt zu und die Geographie der Ziele weitet sich aus. Auch ausländische Sponsoren des Kiewer Regimes sollen betroffen sein. RIA Nowosti berichtet von Ergebnissen und getroffenen Objekten.

Von Dawid Narmanija

Von Tag zu Tag

Nach der vom Kreml angekündigten Unterbrechung der Angriffe auf Kiew im Zusammenhang mit dem Besuch der Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner haben die Angriffe gegen die ukrainische Hauptstadt erneut begonnen. Bereits in der Nacht auf den 8. September, nach der Abreise der US-Amerikaner, haben Russlands Streitkräfte einen kombinierten Angriff unternommen. Nach ukrainischen Angaben kamen dabei 32 Marschflugkörper der Typen Ch-101 und Onyx, ballistische Raketen und über 160 Drohnen zum Einsatz. Die Ergebnisse sprechen für sich. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, wurden allein in Kiew folgende Ziele getroffen:

Zudem wurden Ziele in den Gebieten Kiew und Odessa angegriffen.

Anschließend gingen Russlands Streitkräfte zu kombinierten Angriffen gegen Objekte der Rüstungsindustrie, Häfen und Schiffe sowie logistische Unternehmen über, die im Interesse des ukrainischen Militärs genutzt werden. Getroffen wurden auch Datenzentren, die unter anderem Aufklärungsdaten übermittelt haben.

Die Angriffe wurden während der gesamten Woche rund um die Uhr durchgeführt. Vor allem richteten sie sich gegen Kiew und das Gebiet Kiew. Allerdings wurden auch die Gebiete Odessa, Dnjepropetrowsk, Chmelnizki, Nikolajew, Poltawa sowie der ukrainisch besetzte Teil des Gebiets Saporoschje angegriffen.

Man könnte sagen, dass Luftalarm ein permanenter Begleiter in der Ukraine wurde – die Frage ist nur, wo genau er ausgerufen wurde. In Kiew endet er praktisch nie. Nur die Alarmstufen wechseln sich zwischen gelb für Drohnengefahr und rot für massive Raketen- und Drohnengefahr ab.

Neue Ziele

In der Nacht vom 11. auf den 12. September erfolgte ein weiterer massiver Angriff. Wie Russlands Verteidigungsministerium mitteilte, wurden dieses Mal folgende Ziele getroffen:

Zudem meldete Warschau, dass russische Truppen den ukrainischen Grenzabschnitt in der Nähe Polens angegriffen haben – eine Drohne habe eine Tankstelle in Jagodin getroffen. Moskau räumte ein, dass die Westukraine tatsächlich angegriffen wurde, nannte als Ziele allerdings Objekte der Eisenbahninfrastruktur, die den Transport von Militärgütern aus Europa gewährleisten.

Zug für VIPs

Besondere Aufregung in westlichen Medien rief hervor, dass angeblich ein Zug angegriffen wurde, in dem sich die ehemaligen Ministerpräsidenten Großbritanniens und Schwedens, Boris Johnson und Carl Bildt, sowie andere Politiker befanden. In einem anderen Zug, der ungefähr zur gleichen Zeit am Bahnhof Jagodin stand, befand sich der ehemalige CIA-Chef David Petraeus. Sie alle kehrten vom jährlichen Kiewer Forum YES (Yalta European Strategy) zurück.

Nach Angaben deutscher Medien sei der sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, zum unmittelbaren Zeugen des Vorfalls geworden.

Später wurden diese Angaben von Ukrsalisnyzja, dem größten Eisenbahnbetreiber der Ukraine, widerlegt. Demnach habe der betroffene Zug die Grenze eineinhalb Stunden vor dem Angriff auf die Lok am Bahnhof Jagodin überquert. Der Diplomatenzug sei wegen einer Fahrplankorrektur aufgrund eines Luftalarms früher als geplant abgefahren.

Der Pressesekretär des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, antwortete den Journalisten auf Fragen zu diesem Zwischenfall:

"Falls ich richtig verstehe, handelt es sich um das Territorium der Ukraine. Unsere Militärangehörigen erfüllen Aufgaben auf dem gesamten Gebiet der Ukraine und werden es weiter tun."

Die Zunahme der Intensität der Angriffe und die Ausweitung ihrer Geografie werden immer systematischer. Zuerst haben russische Truppen das Kiewer Regime faktisch von der Versorgung über den Meeresweg abgeschnitten und erhalten diesen Zustand durch Angriffe gegen Schwarzmeerhäfen weiter aufrecht. In den jüngsten Wochen kamen Angriffe gegen Grenzübergänge in den westlichen Regionen der Ukraine hinzu, was die Anlieferung von Militärhilfe aus dem Ausland erschwert. All das geschieht vor dem Hintergrund der ständigen Feuereinwirkung gegen den ukrainischen Militärindustriekomplex – ohne Rücksicht auf Besuche von ehemaligen und amtierenden europäischen Politikern.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 15. September.

Mehr zum Thema Ukraine hat Mittel zum Schutz der Energie-Infrastruktur verbraucht – harter Winter kündigt sich an