IAEA berichtet über neue Urananreicherungsanlagen in der DVRK

Aus dem jüngsten Bericht der IAEA geht hervor, dass Pjöngjang sein Atomprogramm weiterhin aktiv ausbaue und neue Anlagen zur Urananreicherung errichtet habe. Die nordkoreanische Führung hat wiederholt bekräftigt, dass der Status der DVRK als Atommacht unverändert bleiben wird.

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat über neue Urananreicherungsanlagen in der DVRK berichtet. Nach Angaben der Behörde habe das Land seine nukleare Infrastruktur an mehreren Standorten gleichzeitig weiter ausgebaut. Um die nuklearen Aktivitäten Pjöngjangs zu verfolgen, hat die IAEA Satellitenbilder und öffentlich zugängliche Informationen analysiert, darunter von Staatsmedien der DVRK veröffentlichte Fotos. 

In dem Bericht vom 28. August hieß es, dass ein neues zweistöckiges Gebäude auf dem Gelände des Nuklearkomplexes in Jongbjon errichtet worden sei. Nach Schätzungen der IAEA könnte es bis zu 28 Zentrifugen-Kaskaden beherbergen. Satellitenbilder und Berichte nordkoreanischer Staatsmedien deuteten darauf hin, dass in beiden Stockwerken Anlagen zur Urananreicherung installiert worden seien. Die Bauarbeiten waren im Dezember 2024 gestartet und bis Mai 2025 abgeschlossen worden.

Dem Bericht zufolge gab es zudem Anzeichen dafür, dass im Januar in einer Urananreicherungsanlage in Kangson in der Nähe von Pjöngjang der Betrieb in einem Anbau aufgenommen worden sei. Der Anbau war zwischen Februar und April 2024 an der Südwestseite des Hauptgebäudes errichtet worden.

Neben der Inbetriebnahme zusätzlicher Urananreicherungsanlagen in Jongbjon und Kangson seien Anzeichen für eine Ausweitung der Abbau- und Aufbereitungsaktivitäten in der Uranmine Pjongsan und der Anlage zur Herstellung von Uran-Konzentrat in Pyongsan festgestellt worden, hieß es.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi hat den Ausbau des Atomprogramms der DVRK kommentiert. "Der fortgesetzte Betrieb von Anreicherungsanlagen in Kangson und Jongbjon sowie die gemeldete weitere Ausweitung der Produktion von waffenfähigem Kernmaterial durch die DVRK geben Anlass zu ernster Sorge", erklärte Grossi am Montag. Die Weiterentwicklung des Atomprogramms durch Pjöngjang sei ein Verstoß gegen einschlägige Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, fügte er hinzu.

Seit April 2009 habe die Agentur keinen Zugang zu den Nuklearanlagen in der DVRK und sei daher nicht in der Lage, "Art und Zweck der dort durchgeführten Aktivitäten zu verifizieren", hieß es im Bericht weiter. Dennoch verfolge die IAEA die Entwicklungen im Nuklearprogramm weiterhin "durch die Analyse kommerziell verfügbarer Satellitenbilder und öffentlich zugänglicher Quellen".

Pjöngjang hat die Befugnisse der IAEA wiederholt zurückgewiesen. Die Vertretung der DVRK bei den Vereinten Nationen in Wien erklärte im vergangenen September, dass der Status des Landes als Atomwaffenstaat "unumkehrbar" geworden sei. So reagierte die DVRK auf das Bedenken der IAEA hinsichtlich fortgesetzter Anreicherungsaktivitäten durch Pjöngjang. 

Die Vertretung der DVRK erklärte zudem, dass das Atomwaffenprogramm dazu beitrage, "den Weltfrieden und die Stabilität zu gewährleisten", indem es "der anhaltenden nuklearen Bedrohung durch die USA" entgegenwirke. Die DVRK kritisierte zudem die IAEA scharf für den Versuch, "die rechtmäßige Ausübung der souveränen Rechte" des Landes "in Frage zu stellen und zu unterbinden". Die IAEA habe "weder die rechtliche Befugnis noch die moralische Rechtfertigung, sich in die inneren Angelegenheiten eines Atomwaffenstaates einzumischen, der außerhalb des Atomwaffensperrvertrags steht", hieß es.

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