Bei einem Pressebriefing hat sich die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, kritisch dazu geäußert, dass die kanadische Fregatte HMCS Charlottetown kürzlich die Taiwanstraße passierte. Darüber berichtete die Zeitung Global Times.
Kanadas Verteidigungsministerium gab zuvor bekannt, am 22. Mai habe das Kriegsschiff eine planmäßige Durchfahrt durch die Meerenge zwischen China und der Insel Taiwan durgeführt, die am 23. Mai abgeschlossen worden sei.
Peking respektiere die Rechte aller Länder auf Schifffahrt, die ihnen gemäß dem Völkerrecht zustehen würden, erklärte die chinesische Außenamtssprecherin gegenüber Reportern. Mao Ning betonte jedoch, China lehne entschieden jegliche Provokationen sowie Bedrohungen der Souveränität und Sicherheit durch andere Staaten ab, die unter dem Vorwand handelten, die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
Das kanadische Kriegsschiff passierte die Taiwanstraße nur wenige Tage vor dem Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi in Ottawa, der vom 28. bis 30. Mai stattfindet. Das berichten chinesische Medien. Wie es heißt, habe die Besatzung die Warnung der Marinekräfte Chinas ignoriert, sich von der umstrittenen Wasserstraße fernzuhalten.
Die Global Times berichtete zuvor unter Verweis auf die chinesische Denkfabrik Strategische Initiative für das Südchinesische Meer (SCSI), dass die Anzahl der Durchfahrten von Kriegsschiffen aus Australien, Kanada, Großbritannien und Neuseeland durch die Taiwanstraße im Jahr 2025 stark zugenommen habe. Sie hätten dabei unter dem Vorwand agiert, angeblich die Freiheit der Schifffahrt im Südchinesischen Meer gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen schützen zu wollen.
Die offiziellen Beziehungen zwischen China und Taiwan brachen 1949 ab, nachdem sich die von der Kommunistischen Partei im Bürgerkrieg besiegten Kuomintang-Truppen unter Chiang Kai-shek auf die Insel zurückgezogen hatten. In den späten 1980er Jahren wurden die geschäftlichen und informellen Kontakte zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland wiederaufgenommen.
Peking erkennt die Souveränität der Insel nicht an, betrachtet diese als eine abtrünnige Provinz Chinas und lehnt den Kontakt der Insel mit Beamten und Militärs aus anderen Ländern strikt ab. Die Einhaltung des Ein-China-Prinzips ist eine Voraussetzung für jene Staaten, die diplomatische Beziehungen zu China aufnehmen oder aufrechterhalten möchten.
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