Die CDU verliert in Nordrhein-Westfalen deutlich an Rückhalt. Sechs Monate vor der Landtagswahl am 25. April 2027 kommt sie laut einer INSA-Umfrage nur noch auf 26 Prozent, acht Punkte weniger als im Mai. Die AfD legt vier Punkte auf 21 Prozent zu und rückt damit bis auf fünf Punkte an die Union heran.
Die SPD erreicht 18 Prozent, die Grünen kommen auf 16 Prozent. Die Linke liegt bei zehn Prozent, die FDP mit vier Prozent unter der Fünfprozenthürde. Für die Erhebung wurden vom 6. bis 13. Oktober 1000 Personen online befragt. Die Fehlertoleranz beträgt rund 3,1 Prozentpunkte.
Der Rückgang trifft Ministerpräsident Hendrik Wüst in einer für die CDU schwierigen Phase. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz belastet die Partei. Die Union verliert Vertrauen bei Wählern, die einen konservativeren Kurs erwarten. Der Anspruch, diese Wähler zurückzugewinnen, steht im Widerspruch zu einer Politik, die viele von ihnen als Fortsetzung des bisherigen Kurses wahrnehmen.
Die AfD profitiert von dieser Unzufriedenheit. Bei der Landtagswahl 2022 hatte sie in NRW lediglich 5,4 Prozent erreicht, während die CDU mit 35,7 Prozent stärkste Kraft geworden war. Die aktuellen Zahlen markieren eine deutliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Die Brandmauer-Strategie hat den Aufstieg der AfD bislang nicht verhindert.
Auch die Mehrheitsverhältnisse verändern sich. CDU und Grüne erreichen zusammen nur noch 42 Prozent. Da die Union eine Zusammenarbeit mit der AfD und den Linken ausschließt, dürfte die Regierungsbildung bei einem ähnlichen Wahlergebnis schwieriger werden. Andere Bündnisse müssten mehrere Parteien zusammenführen.
Die Umfrage ist noch keine Wahlprognose für den Wahltag. Der Abstand zwischen CDU und AfD zeigt jedoch, unter welchem Druck Wüst und Merz stehen. Verliert die Union weiter an Rückhalt, wird es für sie schwieriger, ihren Führungsanspruch in Nordrhein-Westfalen zu verteidigen.
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