Grönland: Premier schließt EU-Beitritt aus

Ein EU-Beitritt steht für Grönland nach wie vor nicht auf der Tagesordnung, erklärt Premierminister Jens-Frederik Nielsen. Die Stärkung der Zusammenarbeit hat weiterhin Priorität.

Grönland hat nicht die Absicht, der Europäischen Union beizutreten. Dies hat Premierminister Jens-Frederik Nielsen am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärt. Ihm zufolge gehe es lediglich um die Stärkung der Zusammenarbeit und einer strategischen Partnerschaft für die Gewinnung wichtiger Naturschätze.

Die Insel befinde sich nach wie vor in derselben Lage wie seit vielen Jahren, führte Nielsen aus. Es würden partnerschaftliche Beziehungen zur EU unterhalten und gerne weiter ausgebaut. Grönland wolle die Beziehungen "strategischer und stabiler" gestalten, aber eine EU-Mitgliedschaft stehe derzeit nicht zur Debatte.

Am 6. und 7. September hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Grönland besucht. Während ihrer Reise wurde eine Erklärung über die verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Seeverkehr und Katastrophenschutz unterzeichnet. Von der Leyen versprach EU-Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Rohstoffgewinnung, Tourismus und Bildung. Mit Blick auf eine langfristige Zusammenarbeit schlug die EU-Kommissionspräsidentin zudem vor, die Finanzmittel für die Insel bis 2034 auf 530 Millionen Euro zu verdoppeln.

Grönland war 1985 aus der Europäischen Gemeinschaft, dem Vorläufer der EU, ausgetreten. Daraufhin wurde es zu einem autonomen Gebiet Dänemarks. Als Hauptgründe für den Austritt wurden damals Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der EG-Fischereipolitik angeführt.

Mehr zum ThemaEU-Kommission brüskiert Trump: 200-Millionen-Euro-Partnerschaft mit Grönland