Französische Ermittler haben erneut den Telegram-Mitbegründer Pawel Durow zur Vernehmung vorgeladen. Die Strafermittlungen gegen den Messengerdienst gehen ins zweite Jahr, ohne dass ein Ende in Sicht ist.
Durow verbrachte am Mittwoch annähernd sechs Stunden bei der Befragung im Gericht von Paris, wie lokale Medien unter Berufung auf Strafverfolgungsbehörden meldeten. Es war bereits das vierte Mal, dass der Tech-Unternehmer bei den laufenden Ermittlungen vernommen wurde.
Sein Anwaltsteam bestätigte gegenüber AFP die Vernehmung und erklärte, "fast zwei Jahre nach der Anklage gegen Pawel Durow gibt es noch immer keine Beweise, die die Gültigkeit der Vorwürfe stützen".
"Die einzige Veränderung seit Durows Festnahme in Frankreich besteht darin, dass die französischen Behörden angefangen haben, ordentliche Anfragen an Telegram zu schicken", erklärte die Plattform in einer gesonderten Erklärung.
Die juristischen Probleme in Frankreich begannen für Durow im August 2024, als er am Flughafen Paris festgenommen wurde und als gegen ihn wegen eines Dutzends unterschiedlicher Vorwürfe Anklage erhoben wurde. Ursprünglich wurde Durow verboten, das Land zu verlassen, aber die Reisebeschränkungen wurden letztlich wieder aufgehoben.
Französische Staatsanwälte warfen dem Unternehmer vor, Komplize bei Straftaten zu sein, die unter Nutzung des sozialen Netzwerks seiner Plattform begangen würden. Sie begründeten dies mit einer angeblich unzureichenden Moderation illegaler Inhalte sowie einer mangelnden Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden.
Durow hat alle Vorwürfe bestritten und die Festnahme wie die Anklage "absurd" genannt und gleichzeitig den Behörden des Landes vorgeworfen, einen Angriff auf die Redefreiheit zu führen. Der Unternehmer hatte Paris im Verlauf der letzten zwei Jahre wiederholt für seine Politik kritisiert und ihm vorgeworfen, die sozialen Medien über Telegram hinaus zu attackieren.
Im Mai äußerte er seine Unterstützung für Elon Musks Plattform X, gegen die wegen vermeintlich widerrechtlicher Datenernte und anderer Straftaten ermittelt wird. Zu der Zeit erklärte Durow, die französische Regierung habe "genau die Dinge" getan, die sie der Plattform vorwarf, und meinte, der bevorstehende "größere politische Wandel 2027 wird ihre Untaten offenlegen". Paris beeile sich jetzt, die "Plattformen freier Rede" zum Schweigen zu bringen, um den möglichen Schaden zu begrenzen.
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