Nach Berichten von CNN haben US-Militärkommandeure vor dem Luftangriff auf Iran am ersten Tag des Krieges trotz bestehender Warnungen über möglicherweise veraltete Geheimdienstinformationen an den ausgewählten Zielen festgehalten. Der Angriff traf eine Schule in Minab und führte zu zahlreichen zivilen Opfern, darunter auch Kinder.
Den Berichten zufolge nutzten die Verantwortlichen bei der Zielauswahl Informationen, die nicht vollständig überprüft oder aktualisiert worden waren. Innerhalb der militärischen Systeme sollen Hinweise darauf vorhanden gewesen sein, dass bestimmte Daten zur Lage und Nutzung der Ziele nicht mehr aktuell waren. Dennoch wurde der Angriff vom Pentagon genehmigt.
Das eigentliche Ziel der Operation soll eine nahegelegene Einrichtung der Revolutionsgarde (IRGC) gewesen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen beruhte die Fehleinschätzung darauf, dass ältere Geheimdienstinformationen die Verbindung zwischen der militärischen Anlage und der später getroffenen Schule falsch darstellten. Satellitenbilder sollen gezeigt haben, dass beide Bereiche früher zusammengehörten, sich die Nutzung des Geländes jedoch später geändert hatte.
Der Vorfall löste Fragen zu den Entscheidungsprozessen innerhalb des US-Militärs aus. Im Mittelpunkt steht dabei, ob die Verantwortlichen die Unsicherheiten bei der Zielidentifizierung ausreichend berücksichtigt und die erforderlichen Überprüfungen vorgenommen haben. Die Untersuchungen zu dem Angriff dauern an. Dabei geht es sowohl um mögliche Fehler bei der Geheimdienstanalyse als auch um die Verantwortung derjenigen, die die endgültige Entscheidung über den Angriff trafen.
Bei dem Luftschlag kamen laut iranischen Medien mindestens 168 Kinder und 14 Lehrkräfte ums Leben. Damit zählt der Vorfall zu den schwersten Ereignissen mit zivilen Opfern in der jüngeren Geschichte der US-Streitkräfte. Wenige Tage später leitete das Militär eine Untersuchung ein.
Details darüber, warum letztendlich die alten Informationen verwendet wurden und diese bisher nicht veröffentlicht wurden, werfen ein neues Licht darauf, wie das Vorgehen bei der Festlegung von Zielen vor dem Krieg zu dem versehentlichen Treffer auf eine Schule beigetragen hat. Das Pentagon verwies Fragen zum Zielauswahlverfahren an das US Central Command. Das CENTCOM wiederum lehnte eine Stellungnahme unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen ab.
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